Die Hefe, die nie leer wird 66   Vor kurzem aktualisiert!


Die „nie-wieder-leer-werdende“ Hefe – oder: So vermehrt ihr eure Hefe und müsst nie mehr neue kaufen…

 

Dass wir diesen Beitrag jemals schreiben würden, hätten wir nicht für möglich gehalten. Aber es scheint derzeit wirklich so, als sei Hefe zum Luxusgut mutiert. Unsere Freunde und Fans melden aus allen möglichen Regionen Deutschlands: „Hefe? Die ist bei uns ausverkauft! Womit sollen wir Brot und Hefeteilchen backen?“ (…gerade jetzt, wo so viele Lust & Zeit zum Backen haben). Super dreist: Auf eBay und anderen Plattformen ist derzeit offenbar ein Schwarzmarkt für Hefe entstanden, auf dem ein Tütchen zum 40fachen(!) oder mehr des eigentlichen Preises gehandelt wird. Hoffentlich habt ihr noch einen kleinen Vorrat. Wenigstens einen Teelöffel Trockenhefe. Denn damit wärt ihr schon krisensicher. Denn:

Wir haben da was für euch: Eine Anleitung, wie ihr eure Hefe immer weiter vermehren könnt.

Das ist jetzt natürlich keine höhere Wissenschaft, sondern altes Hausfrauenwissen. Aber egal, hier für alle, die irgendwo noch ein paar Krümmel Hefe zusammenkratzen können, das Rezept, wie ihr eure Hefe immer weiter nutzt. Denn Hefe ist ja, wie wir alle wissen, ein Lebewesen. Und das will sich vermehren. Wie praktisch für uns Bäcker, dass es auch zu Hause ganz easy klappt! 😉

Die „unendliche“ Hefe

Zutaten:

1 Teelöffel Trockenhefe (oder 1 guter Teelöffel fein zerkrümelte Frischhefe)

125 ml Wasser 

3 gehäufte Esslöffel Mehl (am besten Weizen- oder Dinkelmehl ➡️ was halt gerade zu kriegen ist). Glutenfreies Mehl geht übrigens auch!

 

Zubereitung:

 

1. Zunächst gebt ihr das Wasser in eine Schüssel. Anmerkung: Wir haben früher immer geschrieben, man soll lauwarmes Wasser nehmen. Aber es hat sich gezeigt, dass viele Leser zu warmes Wasser genommen haben. Dadurch stirbt die Hefe ab. Also lieber etwas zu kalt, als zu heiß. Zimmertemperatur ist perfekt! 

2. Die Hefe darin auflösen.

3. Das Mehl einrühren und das ganze abdecken. 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Tipp: Wir haben eine kleinere Tasse mit heißem Wasser gefüllt und unter die Rührschüssel gestellt. Die aufsteigende Wärme ist perfekt für die Hefe.

 

4. Der Teig sollte nun schon Blasen bilden. Nun könnt ihr diesen Teig halbieren. Mit der einen Hälfte backt ihr weiter – einfach nach Rezept, aber statt Trockenhefe oder frischem Hefewürfel verwendet ihr euren selbst gemachten Hefe-Ansatz. Der entspricht etwa 1 Päckchen Trockenhefe oder 1/2 Würfel frischer Hefe.

5. Die andere Hälfte hebt ihr auf für euren nächsten Backspaß. Dazu einfach auf einen Bogen Backpapier streichen. Sobald der Teig trocken ist, einfach abziehen, zerbröseln und Luftdicht aufbewahren.

 

 

6. Um diese Hefe wieder zu aktivieren, verrührt sie wieder mit 125 ml (1/8l) Wasser und 3 gehäuften Esslöffeln Mehl und lasst das ganze 1 Stunde gehen. Und schon habt ihr wieder 1 Teil Hefe zum gleich backen und einen Teil zum aufheben. So könnt ihr eure Hefe theoretisch unbegrenzt weiter nutzen. Kleine Anmerkung: Habt ihr das Gefühl, eure alte Hefe schwächelt, gebt einfach ein paar Krümmel neue Trockenhefe dazu (sofern möglich). Ganz wenige Körnchen reichen schon, und schon sprudelt und blubbert auch ein müder Teig wieder fröhlich vor sich hin.

 

 

Mehr Ideen gesucht? Dann schaut doch mal hier!

 

 

        


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66 Gedanken zu “Die Hefe, die nie leer wird

  • Nickel

    Vielen Dank, dass ihr das macht und tolle Idee, das auch bei Eb*y einzustellen. So viele Wucherangebote dort!

    Kurze Frage: geht das auch mit Klopapier? 😉

    Liebe Grüße,
    Nickel

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo liebe Linda, das habe ich bisher noch nicht ausprobiert, daher kann ich das nicht beantworten. Sorry… GLG Álena

  • Sabine Lehmann

    Das ist ja Super. Das heißt aber auch, wenn ich alles von dem Ansatz nehme, habe ich die Menge eines ganzen Hefewürfels.

  • Biggi

    Hi
    sorry, ich sitze hier seit ner stunde und blick es nicht… peinlich,

    also, wenn ich dieses rezept verwende, aber normalerweise immer 2 päckchen Trockenhefe oder einen ganzen Würfel hefe nehme, dann entspricht dieses rezept einem würfel fr. Hefe oder 2 Päckchen trocken hefe. Korrekt?

    wenn ich nun diese getrocknete hefe wieder ansetze, also mit der 125ml wasser und 3 EL Mehl, dann habe ich theoretisch ja 2 würfel hefe oder 4 pck trockenhefe. oder? dann kann ich es halbieren um wieder die gleiche menge (also 1 würfel frisch-/2 pck trocken hefe wieder aufzubewahren…

    stimmt das oder habe ich hier falsch gerechnet?? sorry, stehe total auf dem schlauch und habe einfach keine hefe übrig um es falsch zu machen! habe seit 3 wochen keine neue hefe mehr bekommen und backe fast täglich!!!

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo Biggi, du hast das vollkommen richtig ausgerechnet 🙂 Auch wenn der Hefe-Engpass mit diesem Rezept erstmal der Vergangenheit angehört, hoffe ich (wie wahrscheinlich alle), dass es bald wieder ganz normal Hefe zu kaufen gibt. Denn ich backe auch oft und kann voll und ganz nachempfinden, wie es dir geht. GLG und ganz viel Spaß beim Backen. Álena ❤️

  • Stephanie

    Wenn man diese so verewigte Hefe verwendet, vermehrt sie sich dann im Teig auch noch oder ist lediglich die Triebkraft erhalten?

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo Maya, ich nehme immer ein kleines Schraubglas, das ich besonders fest zudrehe. Bisher hat das immer super geklappt. GLG Álena.

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo Ina, wir haben diese Hefe schon mehrere Monate getrocknet aufbewahrt. In den Kühlschrank muss sie nicht. Hauptsache, sie wird nicht feucht. 👍🏻

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo Nina, nein, da kommt kein Zucker rein. Im Mehl ist ja auch Stärke, also Zucker. Das dient der Hefe als Nahrung. Allerdings hat ja jeder so seine Erfahrungen mit Hefe. Wenn du es normalerweise mit Zucker machst, und damit zufrieden bist, spricht nichts dagegen, eine Prise Zucker dazu zu geben. Wir backen einfach oft ganz ohne Zucker und haben dabei festgestellt, dass es nicht wirklich einen Unterschied macht, ob die Hefe extra Zucker bekommt oder nicht. 🙂

  • Wiesenberg Eveline

    Hallo, hab die kultur soeben angesetzt😀doch nun meine Frage: muss ich das entlaltene Wasser von der Flüssigkeitsmenge, die im späteren Backrezept angegeben ist, abziehen?
    Vielen Dank.

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo liebe Eveline, ja, es ist besser, die Wassermenge erstmal abzuziehen (allerdings hast du durch den Ansatz ja auch etwas mehr Mehl im Teig). Ich mache es immer so: Erstmal das Wasser von der im Rezept angegebenen Menge abziehen. Sollte der Teig dann zu bröselig sein, tropfenweise Wasser zufügen, bis ich mit der Konsistenz zufrieden bin.
      GLG Álena

  • Kathi

    Hi, genial, aber was ist wenn ich mal mehr getrocknet habe und keinen Ansatz mehr habe? Wie viel Gramm braucht man vom getrockneten um dann wieder so zusagen einen neuen Ansatz zu haben? Sorry bin in so etwas nicht so schlau und muss es immer genauer wissen 🤣🤷‍♀️

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo Kathi, meinst du, was zu tun ist, wenn du alles komplett getrocknet hast? Denn nimmst du einfach deinen getrockneten Teig und gibst 3 EL Mehl und 125ml Wasser dazu und lässt das ganze stehen. Und schon kannst du damit wieder weitermachen. Wenn du den Teig vorher nicht halbiert hast, hat er jetzt die Kraft eines ganzen frischen Hefewürfels. Hattest du ihn halbiert, entspricht das 1/2 Hefewürfel oder 1 P. Trockenhefe. Hoffentlich habe ich deine Frage richtig verstanden. GLG Álena.

        • homepage Autor des Beitrags

          Hallo Henrike,
          wenn du nur wenig Hefe benötigst, dann musst du natürlich nicht den ganzen getrockneten Teig verwenden.
          LG
          Aléna

  • Ulrike Rautenberg

    Hallo liebes Team, vielen Dank für diese tolle Information. Ich werde mir alles genau notieren denn ich backe gerne und oft mein Brot selbst und selbst hergestellte Hefe zu nehmen finde ich toll .

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo liebe Mia,
      ja, luftdicht verschlossen sind 2 Monate kein Problem. Übrigens kannst du den Hefeteig sogar einfrieren, wenn du noch seltener mit Hefe backst. Im Tierfkühler (statt trocknen) hält er sich nahezu unbegrenzt. 👍🏻

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo Linda,
      ehrlich gesagt, habe ich das noch nicht ausprobiert. Ich habe den getrockneten Teig immer zu einem kleinen Vorteig angerührt (wie beschrieben). Dadurch hatte ich dann die nötige Treibkraft. Wenn du das nicht machst, kann es einfach sein, dass der Teig dann etwas länger gehen muss, als normal. Aber sonst wüsste ich nicht, was dagegen spricht. GLG Álena

      • Stephanie

        soweit ich weiß geht einfrieren zwar, aber normalerweise hat sie danach weniger Triebkraft und vermehrt sich im Teig nicht mehr.

        • homepage Autor des Beitrags

          Hallo Stephanie, einfrieren geht eigentlich auch ganz gut, und die Hefe geht danach meiner Erfahrung nach auch wieder auf. Wichtig ist nur, dass man sie behutsam auftaut und nicht z.B. in zu warme Flüssigkeit gibt, so nach dem Motto: heißes Wasser + tiefgefrorene Hefe = lauwarmer Mix. 😉

  • Pam

    Hallo zusammen,
    doofe Frage, die Häfte des Hefeansatz entspricht einer halben frischen Hefe. Müssen dann die Zutaten vom Rezept (wasser, usw.) reduziert werden ?

  • Pam

    Hallo zusammen,
    doofe Frage, die Häfte des Hefeansatz entspricht einer halben frischen Hefe. Müssen dann die Zutaten vom Rezept (wasser, usw.) reduziert werden ?

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo Pam, wir haben die Zutaten vom Rezept nicht reduziert, lediglich erstmal etwas weniger Wasser zugefügt und bei Bedarf tropfenweise noch Wasser zugegeben, bis der Teig perfekt war. Bisher hat es immer auf diese Weise funktioniert. 🙂

  • Claudia

    Wie lange ist den Trockenhefe haltbar, ich hab in meinem Schrank noch Hefe aus 2014 gefunden. Ich brauche sie nicht oft. Ist die noch zu verwenden?

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo Claudia, wenn die Hefe noch geschlossen ist, ist sie wahrscheinlich auch noch gut. Ich habe auch schon solche „Schrankfunde“ gehabt und damit ganz normal gebacken. GLG Álena 🙂

  • Marco

    Wow, genial! Hatte nicht gewusst, dass es so leicht geht.
    Wie empfindlich ist das ganze denn gegenüber Verunreinigung? Vermehre ich u.U. mit der Zeit unerwünschte Pilze/Bakterien mit oder ist die Hefe so dominant, dass sie sich quasi selber verteidigt?

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo Marco, du solltest natürlich so hygienisch wie möglich arbeiten. Aber die Hefe ist ziemlich gut darin, unerwünschte Keime zu verdrängen. 🙂
      Falls dein Teig wider Erwarten allerdings irgendwie komisch riecht oder aussieht, wäre es sicherer, ihn zu entsorgen. Man kann ja nie wissen… Passiert ist mir das allerdings noch nie. GLG Álena

  • Beate

    Hallo, ich habe es heute ausprobiert. Leider ist der Teig, den ich mit dieser Hefe gemacht habe überhaupt nicht gegangen. Sollte ein Brot werden. Habe es jetzt trotzdem in den Ofen geschoben. Und die andere Hälfte, die ich aufs Backpapier gestrichen habe wird wohl Tage zum trocknen brauchen. Irgendwas muss ich falsch gemacht haben.

    Liebe Grüße Beate

  • Karin

    Hallo,
    ich habe mich gleich voller Tatendrang an die wundersame Vermehrung der Hefe gemacht. Der Ansatz hat auch wunderbar „gebrodelt“. Nachdem ich die eine Hälfte des Ansatzes auf Backpapier gestrichen habe, habe ich gewartet………gewartet……..gewartet……….
    Wie lange dauert es denn normalerweise bis die Hefemasse getrocknet ist? Bei mir tut sich nämlich nicht wirklich etwas und es sind jetzt schon 24 Stunden rum!
    Über ein paar Erfahrungswerte würde ich mich sehr freuen. LG Karin

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo Karin, bei mir ist das immer in ca. 24 bis 48 Stunden trocken. Je nach Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit. Nach 24 Stunden sieht man eigentlich schon, dass es deutlich zu trocknen beginnt. Falls du gerade noch heizt, kannst du die Hefe in die Nähe der Heizung stellen (nicht direkt auf die Heizung oder nur mit Abstand, z.B. ein dickes Buch unterlegen). Heizungsluft ist trockener und warm. Da sollte das Trocknen besser klappen.
      GLG
      Aléna

  • Doris Augustin

    Danke, sehr zu empfehlen und geb es meinen ,,Lieben,, gleich weiter und die Sonntagsbrötchen sind gerettet für meine Enkel.

  • Andreas

    Hallo,
    tausend Dank ich bin ganz begeistert, wie toll das funktioniert!
    Wir backen täglich und ich habe die nicht benötigte Hälfte jetzt zweimal einfach für den nächsten Tag in den Kühlschrank gestellt. Dann auf Raumtemperatur aufwärmen lassen, Wasser und Mehl dazu – klappt perfekt.
    Das ist doch dann fast so ähnlich wie Sauerteig, oder?

    Gibt es gegen diese ständige Verlängerung mit Kühlschrankaufbewahrung auf Dauer etwas einzuwenden, hygienisch oder von der Wirksamkeit?
    Danke und liebe Grüße!
    Andreas

    • homepage Autor des Beitrags

      Hallo Andreas,
      wenn du die Hefe im Kühlschrank gut abdeckst, und immer für möglichst hygienische Bedingungen sorgst, sollte das klappen. Sobald die Hefe allerdings komisch riecht, oder sich verfärbt, würde ich sie lieber entsorgen.
      Viel Spaß beim Backen und liebe Grüße
      Aléna