Sauerteig selbst machen – super easy!


Die Welt steht Kopf – und Hefe ist gerade fast nirgendwo zu bekommen. Einige von euch hatten daher nach Alternativen gefragt. Nachdem wir schon ein Rezept für ein Brot ohne Hefe gepostet hatten und euch verraten haben, wie ihr eure letzte Hefe nahezu unendlich vermehren könnt, haben wir heute eine weitere Möglichkeit für euch: Backt doch mit Sauerteig! 

 

Sauerteig ist eines der ältesten Treibmittel der Welt und lässt sich einfach selbst herstellen. Sauerteigbrote sind bekömmlich und lange haltbar. Und alles, was ihr braucht, ist Mehl, Wasser und etwas Zeit.

 

Dieses Rezept für den Sauerteig stammt aus unserem neuen Buch “Brot backen ohne Hefe. Wir hatten es eigentlich geschrieben, um Menschen, die nicht gern mit Hefe backen oder diese nicht vertragen, Alternativen vorzustellen. Aber es ist gerade im Moment auch für alle anderen Bäcker eine Inspirationsquelle.

 

 

Sauerteig selbst machen

 

Zutaten:

– 100 g Bio-Roggenmehl (Bitte verwendet Bio-Mehl, da darin die wilden Hefen noch aktiv sind, die den Sauerteig am Leben halten)
– 100 ml Wasser (ca. 25°C warm – nicht wärmer!)

Zubereitung:

1) Alles mit einem Löffel gut verrühren und in ein sauberes (gern zuvor mit sehr heißem Wasser ausgespültes) Glas füllen. Achtet auf Hygiene, um keine ungebetenen Keime einzurühren. Legt den Deckel des Glases locker auf (nicht zudrehen). Den Sauerteigansatz nach 12 Stunden umrühren.

2) Nach 24 Stunden wird der Teig „gefüttert“: 100 g Roggenmehl und 100 ml Wasser einrühren.

3) Das „Füttern“ wie am zweiten Tag wiederholt ihr auch an Tag 3, 4 und 5. Dabei werdet ihr feststellen, dass der Teig sich verändert. An manchen Tagen wird er blubbern, an anderen nicht. Es kann zu köstlichem, aber auch zu unangenehmem Geruch kommen, das ist normal. Solange ein Sauerteig nicht grünlich, rot, blau oder schwarz wird, nicht ganz extrem stinkt oder schimmelt, könnt ihr davon ausgehen, dass er in Ordnung ist.

So, das wars eigentlich auch schon. Jetzt habt ihr Sauerteig. Aber was jetzt??

Nun könnt ihr euch entscheiden, wie es mit dem Sauerteig weitergeht. Denn zum Brotbacken wird nicht der gesamte Sauerteig verwendet – und zugleich habt ihr sicher keine Lust, vor jedem Backen 5 Tage einen neuen Sauerteig zu pflegen. Deshalb gibt es nun mehrere Möglichkeiten:

  1. Ihr plant, regelmäßig (etwa einmal pro Woche) ein Brot mit Sauerteig zu backen? Dann lohnt es sich, vom Sauerteig die im jeweiligen Rezept beschriebene Menge abzunehmen um damit zu backen und den Rest in einem verschließbaren Gefäß im Kühlschrank aufzubewahren. In diesem Fall müsst ihr den zurückbehaltenen Sauerteig lediglich etwa alle 7 Tage wie oben beschrieben füttern. Rührt also ca. 100 g Mehl und 100 ml Wasser ein, deckt den Sauerteig wieder ab und stellt ihn zurück in den Kühlschrank. Backt ihr öfter Brot oder benötigt mehr Sauerteig, wiederholt das Füttern einfach etwas öfter (maximal alle 2 Tage).
  2. Ihr kommt nicht regelmäßig zum Brotbacken mit Sauerteig oder das regelmäßige Füttern ist euch zu aufwändig? Dann macht es Sinn, den nicht genutzten Teil des Sauerteiges entweder zu trocknen oder einzufrieren. Beides ist eine gute Möglichkeit, um lange etwas von eurem Sauerteig zu haben. Zum Trocknen streicht den Sauerteig dünn auf einen Bogen Backpapier und lasst ihn bei Zimmertemperatur vollständig trocknen, bevor ihr ihn abschaben und luftdicht verschlossen längere Zeit lagern könnt. Einfrieren ist noch einfacher: Am besten portioniert ihr den Sauerteig mit Hilfe von Eiswürfelformen und friert ihn auf diese Weise ein. Entnehmt immer so viel, wie ihr fürs Backen brauchen und lasst den Teig langsam bei Zimmertemperatur oder in lauwarmer Flüssigkeit auftauen.

 

Achtung: Bevor sämtlicher Sauerteig aufgebraucht ist, nutzt euren vorhandenen Sauerteig als Starterkultur für den nächsten Sauerteig! Verwendet ca. 100 g des „alten“ Sauerteiges (oder 50 g getrockneten Sauerteig + 50 ml Wasser), und gebt ihn zu 450 g Mehl und 450 ml Wasser (ca. 25°C). Alles sehr gründlich verrühren, abdecken und bei Zimmertemperatur 12 – 15 Stunden gehen lassen. Schon habt ihr wieder ein Kilogramm frischen Sauerteig für zukünftige Brote.

Rezepte für Brote mit Sauerteig werden wir in den kommenden Tagen hier auf unserem Blog für euch veröffentlichen. Bis dahin könnt ihr ja schonmal mit dem “züchten” eures eigenen Sauerteiges beginnen. 🙂

 

 

 

Mehr Ideen gesucht? Dann schaut doch mal hier!

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.